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Covid-19 Special – Home Office: Was sich (nicht) ändert

February 01, 2021
Covid-19 Special – Home Office: Was sich (nicht) ändert

Die von ArbeitgeberInnen und von ArbeitnehmerInnen seit Beginn der Corona-Pandemie geforderten Homeoffice-Regelungen wurden nun vorgestellt. Bei näherer Betrachtung ist jedoch auffällig, dass nur in bestimmten Bereichen tatsächlich Neuerungen enthalten sind.

Derzeit sind zwar nur Rahmenbedingungen[1] der für die Umsetzung der Homeoffice-Regelungen erforderlichen Gesetzesänderungen bekannt, aus diesen lässt sich aber schon eine deutliche Tendenz für die künftige Ausgestaltung des Homeoffice für ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen entnehmen.

Die wesentlichen Eckpunkte der Homeoffice-Regelung sind: 

-        Homeoffice ist (weiterhin) freiwillig

Homeoffice bleibt weiterhin Vereinbarungssache zwischen ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen, ist aber einzelvertraglich (schriftlich) zu vereinbaren. In Betrieben mit Betriebsrat kann eine Betriebsvereinbarung geschlossen werden, hier wird ein eigener Tatbestand in § 97 ArbVG geschaffen.

-        Kein Unterschied bei Arbeitszeit, Arbeitsruhe und Dienstnehmerhaftpflicht

Es gibt eine Klarstellung der arbeitsrechtlichen Regelungen sowie des Arbeitnehmerschutzes im Homeoffice. Die Bestimmungen des Arbeitszeit- und Arbeitsruhegesetzes sowie des Dienstnehmerhaftpflichtgesetzes sind auch im Homeoffice gültig. Die Arbeitsinspektorate werden keinen Zutritt zu privaten Wohnbereichen erhalten.

-        Unfallversicherung im Homeoffice

Bei Arbeitsunfällen sind Beschäftigte auch im Homeoffice unfallversichert. Die genaue rechtliche Ausgestaltung wird vom Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz geprüft und erarbeitet.

-        Arbeitsmittel im Homeoffice

Auch in Hinblick auf die Bereitstellung von Arbeitsmittel wurde eine Konkretisierung vorgenommen. Die für die Arbeit im Homeoffice erforderlichen digitalen Arbeitsmittel (inkl. Datenverbindung) werden grundsätzlich von ArbeitgeberInnen zur Verfügung gestellt. Alternativ kann auch die Verwendung von mitarbeitereigenen Arbeitsmitteln vereinbart werden, ArbeitnehmerInnen steht hierfür allerdings eine finanzielle Entschädigung zu.

-        Homeoffice und Steuern (vorerst befristet bis Ende 2023)

Schließlich wurden die sowohl von ArbeitnehmerInnen, als auch ArbeitgeberInnen für Homeoffice getätigten Investitionen berücksichtigt. Die von ArbeitgeberInnen bereitgestellten Arbeitsmittel sollen keinen steuerpflichtigen Sachbezug darstellen. Entschädigungen zur Abgeltung von Mehrkosten der ArbeitnehmerInnen sollen für insgesamt maximal 100 Tage à 3 Euro (= 300 Euro pro Jahr) steuerfrei erfolgen können. Kosten für die Einrichtung eines Arbeitsplatzes sollen von ArbeitnehmerInnen im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung bis zu 300 Euro pro Jahr als Werbungskosten geltend gemacht werden können.

 

Rückfragen an:

helen.pelzmann@eylaw.at 

 


[1] Vortrag an den Ministerrat GZ: BMAFJ: 2021-0.062.896 BMF: 2021-0.063.782 BMSGPK: 2021-0.063.501

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